Häufig gestellte Fragen:
Warum heißt die Schlosskirche „Schlosskirche“?
Kurfürst Friedrich der
Weise lies ab 1489 an Stelle der alten Wittenberger Burg ein vierflügliges
Renaissanceschloss bauen. Die Schlosskirche bildet den Nordostflügel der einstigen
Schlossanlage.
Wie alt ist die Kirche?
Die Grundmauern der Kirche
sind gut 500 Jahre alt. Während des Siebenjährigen Krieges 1760 wurde die
Kirche fast völlig zerstört. In den Befreiungskriegen 1813 wurde die Kirche zum
Glück nur beschädigt. Die heutige Gestalt des Innenraumes stammt aus der Zeit
von 1883 bis 1892. Der Neuausbau wurde im neogotischen Stil ausgeführt. Die
Weltkriege überstand die Schlosskirche weitgehend unbeschädigt.
Ist die Schlosskirche eine evangelische Kirche?
Wie wird die Schlosskirche heute genutzt?
Die Schlosskirche wurde
1503 als katholische Schloss- und Stiftskirche „Allerheiligen“ geweiht. 1525
wurden die Messen abgeschafft und der evangelische Gottesdienst eingeführt.
Heute wird die Schlosskirche für Gottesdienste, Taufen, Trauungen und
Kirchenmusik genutzt. Jährlich besuchen
etwa 180.000 Gäste aus aller Welt die Gedenkstätte der Reformation.
Wo ist das Grab von Martin Luther?
Vier Tage nach seinem Tod
in seiner Geburtsstadt Eisleben wurde Martin Luther in der Schlosskirche zu
Wittenberg nahe der Kanzel begraben. Sein Sarg befindet sich 2,40 Meter tief im
Erdboden und ist nicht zugänglich.
Wer ist alles in der Schlosskirche beigesetzt?
Die Schlosskirche diente
von 1507 bis 1815 der Wittenberg Universität „Leucorea“
als Universitätskirche und als Begräbnisstätte der Professoren.
Neben Martin Luther ist
sein Mitstreiter und Freund Philipp Melanchthon, „Lehrer Deutschlands“,
begraben. Vor dem Altar sind die beiden Kurfürsten Friedrich der Weise und
Johann der Beständige beigesetzt. Unter der Eingangshalle befindet sich die
Gruft der askanischen Kurfürsten.
Wo ist das Grab der Katharina von Bora, der Frau
Luthers?
Katharina von Bora ist in
der Stadtkirche „Sankt Marien“ in Torgau beigesetzt.
Wo hat Martin Luther gepredigt?
Martin Luther predigte 30
Jahre lang in der Wittenberger Stadtkirche „Sankt Marien“. Überliefert sind
gelegentliche Predigten in der Schlosskirche.
Wann und wo war der berühmte Thesenanschlag?
In welcher Sprache hat Luther die Thesen verfasst?
Der Überlieferung nach
veröffentlichte Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen den
Missbrauch des Ablasshandels am Hauptportal der Schlosskirche zu Wittenberg in
lateinischer Sprache. An seine Tat erinnert heute eine bronzene Thesentür aus
dem Jahre 1858. Die Originaltür ging im Siebenjährigen Krieg verloren.
Wo befindet sich die Thesentür?
Die Thesentür befindet
sich an der nördlichen Außenwand der Schlosskirche.
Wer erbaute die Orgel in der Schlosskirche zu
Wittenberg?
Der Orgelbauer Friedrich
Ladegast erbaute 1864 die Orgel, welche 1994 durch die Orgelbaufirma Hermann
Eule aus Bautzen restauriert und erweitert wurde. Die Orgel besitzt nun 4
Manuale und Pedal, 57 Register und etwa 3500 Pfeifen. Die Tontraktur
ist rein mechanisch.
Wie hoch ist der Turm der Schlosskirche und wie
viele Stufen sind es bis nach oben?
Der Turm der Schlosskirche
zu Wittenberg ist 88 Meter hoch. In einer Höhe von 52 Metern befindet sich eine
begehbare Aussichtsplattform. Um die Aussicht auf die Elbe und die Altstadt
Wittenbergs genießen zu können, müssen 289 Stufen überwunden werden.
Wie viele Glocken besitzt das Geläut der
Schlosskirche?
Zum Gebet rufen drei
Glocken, die in der Tonfolge H° D’ E’ erklingen. Sie wurden 1960 von der Firma
Schilling und Söhne in Apolda gegossen. Sie wiegen 2667, 1629 und 1126
Kilogramm.
Recherchiert und zusammengetragen von
Ivo Behr (Küster) und Thomas Jentzsch
(Zivildienstleistender 2006)