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Tagesgebet

Guter, ewiger, großer Gott
Dein Sohn ist Mensch geworden. 
Da strömt das neue Licht deiner Gnade über uns.
Das ist dein letztes Wort.
Das gilt.
Lass dein Wort in uns klingen.
Fülle uns mit deinem Licht.
Und gib uns Worte und Taten, 
in denen dein Licht leuchtet für die Menschen.
Durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn,
der mit dir und dem Heiligen Geist
Licht und Liebe schenkt von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.

Predigt: Lebensklang 

Weihnachten klingt. Musik von der Orgel, Lieder, das Aufreißen eines Briefes. Aufreißen von Geschenkpapier. Jubeln, lachen, still sein, durchatmen. Die Grüße aus dem Telefonlautsprecher. 
Und Menschen klingen nach Leben. 
Reden. Rufen, flüstern, Singen, summen, Lachen, jubeln, schreien, Brüllen, Weinen, Kreischen, schwatzen, Tuscheln, Stöhnen, Schnaufen, Schnarchen, Hauchen, Seufzen.

Leben klingt vielseitig. 
Menschenleben klingt immer – irgendwie.
Jeder Atem klingt.
Selbst im Schlaf klingt ein Menschenleben. 

Wenn ich nicht mehr klinge, bin ich tot.
Aber ich lebe und ich klinge. 
Leben klingt vielfältig wie eine Symphonie von Beethoven.

Unterhalten, ein Thema diskutieren, Erzählen, Grüßen, das Kratzen der Feder auf dem Briefpapier, Diskutieren, Streiten, Gut zureden, Klatschen, Tratschen, Ermahnen, Loben, Tadeln, Beschimpfen, „ich mag Dich“, und auch „hau doch ab“

Ich klinge nicht allein, ich höre andere und ich klinge mit den anderen. Auch wenn ich manchmal zurückgezogen und scheinbar lautlos meine Wege schleiche – ich klinge immer. 

Mein Klang baut Brücken und reist sie ein. Schafft Liebe und zerstört sie.

Alles, was Mensch ist, klingt. 
Allein und mit anderen.

Worte aus dem Hebräerbrief:

Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, 
hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, 
den er eingesetzt hat zum Erben über alles, 
durch den er auch die Welten gemacht hat. 
Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens 
und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort 
und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden 
und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe und ist so viel höher geworden als die Engel, 
wie der Name, den er ererbt hat, höher ist als ihr Name.

Gott klingt. 
Schon immer. Vom Anfang aller Anfänge an.

Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde … und Gott sprach: Es werde …

Der Gottesklang. Ein Klingen, aus dem alles geworden ist: Die Welt, Raum und Zeit. Energie und Materie, Sonne und Planeten, Pflanzen und Tiere. Auch ich und auch du. Alle, beim Namen gerufen.

Dieser Klang muss gewaltig gewesen sein - dieser Ruf ins Dasein. Wie das Brausen des Meeres bei einem Sturm in der Nacht. Wie ein Donnergrollen, auch wie ein sanftes Sausen. 

Gott klingt auch durch die Propheten: „Wehe euch!“  Riefen sie manchmal, „wenn Ihr des Schöpfer des Lebens missachtet.“ Oder sie riefen: Fürchtet euch nicht, denn Gott ist mit uns.“

Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welten gemacht hat. 

Gott klingt neu in dieser Welt. Auf einmal kein unfassbarer Sturm mehr, kein bedrohliches  Donnergrollen. Kein lautes Prophetenrufen.

Auf einmal mitten hinein in das Schreien der Menschen nach Zahlen, nach Heimat und Vaterstadt, nach Beherbergungsstop und Königsgerangel, der Geburtsschrei eines Kindes in der Nacht. 
Ein neuer Gottesklang. 

Schreien, schmatzen, atmen, schniefen, giegsen, schnarcheln, quitschen, bäuerchen und auch pupsen.

So hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn. 

Gottes erster eigener Ton in der Welt ist der Schrei eines Neugeborenen.
Gotteskind und Menschensohn, Maria singt ihn in den Schlaf. Da wird er ruhig, Atmet leise, schläft ein. Ochs und Esel brummen. Die Hirten flüstern. 
Und über allem jubilieren die Engel. Ehre sei Gott und Friede den Menschen seines Wohlgefallens.

Jedes Mal, wenn ein Neugeborenes schreit, klingt Gott.

Das Kind Jesus … ist der Abglanz von Gottes Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und ist so viel höher geworden als die Engel, wie der Name, den ererbt hat, höher ist als Ihr Name.

Und darin, mein Klingen:
Reden, diskutieren, Ermahnen, Trösten, gut zu reden. Lachen, Erzählen, Seufzen, Flüstern, Fragen. 

Diese Welt klingt. Zu diesem Weihnachten für mich angenehm leise in Wittenberg, kein Jingle Bells vom Weihnachtsmarkt. Dennoch empfinde ich diese Welt gerade als extrem laut. So laut sind die Zahlen, die Warnungen und Verordnungen, die Verunsicherung über das, was man darf, und die Vorwürfe, wenn mir die Maske verrutscht ist.

Manches sagen Kluges. 
Andere brüllen ihren Hass heraus. 
Einige sprechen Wahres, so gut sie können.
Anderen machen den Klang der Lüge zum Prinzip.
Selbst an Weihnachten schweigt der Lärm nicht wirklich. 

Mit dem Gotteskinderschrei klingt diese Welt anders.
Gott klingt immer mit.
Jesus, Gottessohn und Menschenkind, er hat mein ganzes Leben lang mit mir geklungen. 
Vom ersten bis zum letzten Schrei. 

Ganz gleich, wie ich klinge – 
Gottes Klang mischt sich mit meinem.

Und wenn ich seufze und stöhne – vor Schmerzen und Traurigkeit über die laute Welt:
Gott klingt in mir.
… und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort 
und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden 
und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe und ist so viel höher geworden als die Engel.
Amen

Fürbitten:

Gott, du klingst in der Welt durch den Lebensschrei eines neugeborenen Kindes.
Du klingst in unserm Leben mit jedem Atemzug.
Schenke uns Ohren, solche wie die Hirten hatten, das wir Deine Engel hören.

     (kurzes Nachklingen)

Schenke uns Wachheit, solche wie die Könige hatte, das wir Deine Zeichen verstehen.

      (kurzes Nachklingen)

Schenke uns offene Herzen, ein solches wie Maria, die Dich trug unter ihrem Herzen, und Dich aufnahm in ihrem Herzen.
Gott, wir bitten Dich: schenke Frieden in dieser Welt.

Pause

Wir bitten Dich um das Ende dieser Pandemie – 
Herr, erbarm Dich über uns. Das Leid durch die Distanz ist nur schwer auszuhalten. Wir bitten Dich für alle Kranken, für Ihre Angehörigen, für die Pflegenden und Heilenden.
Wir bitten Dich: verschone uns vor Strafen
Und lehre uns zu leben im Einklang mit Dir – der Du geredet hast vom Anbeginn der Welt und der Du redest durch Jesus Christus, unseren Herrn und Bruder mit dem wir beten:

Vater unser…

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2020: 22.03.29.03.05.04.10.04.12.04.19.04.26.04.03.05.24.05.31.05.07.06.14.06.21.06.12.07.31.10.a31.10.b • 26.12.

2019:  06.01. • 19.04. • 10.11. • 26.12.

2018:  31.10. • 02.12. 

2017: 26.02. • 01.10. • 05.11.05.11. (Englisch) • 10.12.

2016: 01.01.25.03.27.03.08.05.17.07.24.07.26.12.

2015: 25.05.26.07.02.08.09.08.16.08.23.08.30.08.31.10.(1)31.10.(2)

2014: 16.02.18.04.08.06.15.06.29.06.31.10.(1)31.10.(2)30.11.

2013: 30.06. 08.09. 31.10. 03.11.