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Impuls zu Ps 73 und Lk 5, 1-11

Die Welt scheint aus den Fugen geraten. Auf was kann man sich überhaupt noch verlassen? Wem soll man glauben?

Fake-news, Verleumdungen, Hate-speech … sie machen auch vor Regierungschefs nicht halt.

„Sie höhnen und reden böse, sie reden und lästern hoch her. Was sie reden, das soll vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen, das soll gelten auf Erden.

Darum läuft ihnen der Pöbel zu und schlürft ihr Wasser in vollen Zügen.“

Und wie der Psalmbeter weiß auch ich: Es ist gar nicht so einfach, sich selber davon frei zu machen. „Ich wäre fast gestrauchelt mit meinen Füßen; mein Tritt wäre beinahe geglitten.“ Ihre Fallstricke sind überall. So geschickt umgarnen sie uns mit ihren Worten, mit ihren schön klingenden Parolen. Sie versprechen Erfolge und eine großartige Zukunft – vielleicht nicht für alle, aber sicher für uns.

Wer hört so etwas nicht gern; wer will das nicht glauben?

Auch Jesus redet zu den Menschen. Er füllt zwar keine Stadien, aber die Synagogen und Hügel von Galiläa. Die Leute laufen ihm nach, wollen hören, was er zu sagen hat. Er fasziniert sie. Sie spüren: Von ihm geht eine besondere Kraft aus. „Er predigt mit Vollmacht“.

Nur deswegen fährt Simon Petrus doch noch einmal auf den See hinaus. Eigentlich sinnlos, wo sie schon die ganze Nacht nichts gefangen haben. „Aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen.“

Was dann passiert, lässt sich in Worte kaum fassen. Sie drohen, wie die Netze zu zerreißen. Simon, Jakobus und Johannes sind überwältigt. Sie bringen ihre übervollen Boote an Land, verlassen alles und folgen Jesus nach.

Jesus braucht gar nicht mehr viel zu sagen. Ein Satz genügt.

Die drei Fischer werden seine ersten Jünger. Sie werden Menschenfischer.

Dabei geht es hier weder um Fische noch um follower. Jesus geht es nicht um sich. Und dadurch unterscheidet er sich von so vielen selbsternannten Heilsbringern und Redenschwingern auch unserer Tage: Er widersteht der Versuchung, Macht über die Menschen und Reiche dieser Welt zu haben. Er will nicht, dass Menschen von ihm reden. Über das, was er selber tut, soll am besten geschwiegen werden.

Jesus geht es um Gott.

Nur eins ist wichtig: Was Gott schon vor langer Zeit versprochen hat, geht jetzt in Erfüllung: Die Frohe Botschaft kommt zu den Armen, die Gefangenen werden frei und die Zerschlagenen finden Mut.

Das macht Jesus so glaubwürdig. Damals und heute. Davon lasse auch ich mich gerne gefangen nehmen.

Amen.

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2020: 22.03.29.03.05.04.10.04.12.04.19.04.26.04.03.05.24.05.31.05.07.06.14.06.21.06.12.07.

2019:  06.01. • 19.04. • 10.11. • 26.12.

2018:  31.10. • 02.12. 

2017: 26.02. • 01.10. • 05.11.05.11. (Englisch) • 10.12.

2016: 01.01.25.03.27.03.08.05.17.07.24.07.26.12.

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2014: 16.02.18.04.08.06.15.06.29.06.31.10.(1)31.10.(2)30.11.

2013: 30.06. 08.09. 31.10. 03.11.